Sprach- und Sprechstörungen

Aphasie

Aphasie ist eine erworbene Störung der Sprache, die durch eine Schädigung bestimmter Bereiche des Gehirns verursacht wird. Am häufigsten entsteht sie infolge eines Schlaganfalls, sie kann jedoch auch durch andere neurologische Erkrankungen oder Verletzungen hervorgerufen werden.

Eine gezielte sprachtherapeutische Behandlung kann Menschen mit Aphasie dabei unterstützen, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern und/oder alternative Kommunikationsmöglichkeiten zu entwickeln.

Dysarthrie/ Dysarthophonie

Eine Schädigung des zentralen Nervensystems kann dazu führen, dass die Steuerung und Koordination der für das Sprechen notwendigen Bewegungen beeinträchtigt ist. Infolgedessen fällt es den Betroffenen schwer, Sprechbewegungen gezielt, kraftvoll und zeitlich abgestimmt auszuführen.

Eine gezielte sprachtherapeutische Behandlung kann dazu beitragen, die Sprechfunktionen zu verbessern, die Verständlichkeit zu erhöhen und individuelle Kommunikationsstrategien zu entwickeln.

Sprechapraxie

Die Sprechapraxie ist eine neurologisch bedingte Störung der Planung und Koordination von Sprechbewegungen. Dabei sind nicht die Muskeln selbst gelähmt, sondern die Fähigkeit, Sprechbewegungen gezielt zu planen und korrekt auszuführen, ist beeinträchtigt.

Da das Sprachverständnis in der Regel erhalten ist, nehmen die Betroffenen ihre Sprechprobleme sehr bewusst wahr. Dies führt häufig zu Frustration und Unzufriedenheit mit der eigenen Sprechleistung. Das anstrengende Sprechen kann sich zudem in mimischen Mitbewegungen, einer gepressten Stimme oder in erhöhter Anspannung der Hals- und Gesichtsmuskulatur zeigen.

Facialisparese (Gesichtslähmung)

Die Muskulatur unseres Gesichts wird durch den Nervus facialis, auch mimischer Gesichtsnerv genannt, gesteuert. Ist seine Funktion beeinträchtigt, kann es zu einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur kommen, die in den meisten Fällen nur eine Gesichtshälfte betrifft.

Typische Anzeichen einer meist einseitigen Gesichtslähmung sind unter anderem herabhängende Mundwinkel, ein unvollständiger Lidschluss sowie eine eingeschränkte Mimik. Diese Veränderungen können sowohl die Kommunikation als auch das emotionale Erleben im Alltag deutlich beeinflussen.

Stottern

Beim chronischen Stottern ist der Redefluss beeinträchtigt. Betroffene erleben wiederkehrende Unterbrechungen im Sprechen, die sich auf unterschiedliche Weise zeigen können. Dazu gehören Wiederholungen von Lauten, Silben, Wörtern oder Satzteilen (z. B. „Wo-wo-wo-Wolke“), Blockaden, bei denen ein Laut nicht oder nur mit großer Anstrengung hervorgebracht werden kann („Wwwwwwwolke“), sowie Dehnungen von Lauten („Woooooolke“).

Das chronische Stottern kann die Kommunikation im Alltag deutlich erschweren und für die Betroffenen mit hohem Anspannungs- und Leidensdruck verbunden sein. Eine gezielte sprachtherapeutische Behandlung kann dabei unterstützen, den Redefluss zu verbessern und den Umgang mit dem Stottern zu erleichtern.

Poltern

Poltern ist eine Störung des Sprechablaufs, die dem Stottern ähnlich ist, sich aber durch besondere Merkmale auszeichnet. Typisch ist ein sehr schnelles Sprechtempo, das oft zu einem überstürzten und unkontrollierten Redefluss führt. Dabei werden einzelne Silben oder Laute häufig ausgelassen, ganze Satzteile werden abgebrochen oder immer wieder neu angesetzt.

Eine gezielte sprachtherapeutische Behandlung kann dabei helfen, das Sprechtempo zu regulieren, die Satzstruktur zu stabilisieren und die Verständlichkeit zu erhöhen. Durch gezielte Übungen lernen Betroffene, ihr Sprechen bewusster zu steuern und die Kommunikation im Alltag zu erleichtern.

Stimmstörungen

Dysphonien

Stimmstörungen können funktionelle oder organische Ursachen haben.

Näseln (Rhinophonie)

Ein auffallend nasaler Stimmklang wird als Näseln oder Rhinophonie bezeichnet. Dabei kann unterschieden werden zwischen:

Näseln kann die Verständlichkeit der Sprache beeinträchtigen und die Stimme belasten. Eine gezielte sprach- oder Stimmtherapie kann helfen, den Luftstrom zu regulieren und die Stimmqualität zu verbessern.

Schluckstörung

Dysphagie

Dysphagie bezeichnet eine Schluckstörung, die entweder organische oder funktionelle Ursachen haben kann. Häufig entstehen solche Störungen durch Schädigungen des Gehirns, können aber auch durch Erkrankungen oder Schwächen der Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich verursacht werden.

Eine gezielte Schlucktherapie kann die Sicherheit beim Essen erhöhen, die Schluckfunktion verbessern und so die Lebensqualität im Alltag deutlich steigern.